Good Practice II – familY (Education Y)

Mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit – das hat sich das 2016 in Bielefeld gestartete Projekt „familY“ auf die Fahnen geschrieben. Durch ein verändertes Verhalten und eine veränderte Haltung der Eltern sollen Kinder und Jugendliche ihre Kompetenzen besser entwickeln. Damit wird ihre Eigenständigkeit gefördert und ein selbstbestimmtes Leben in gesellschaftlicher Teilhabe erreicht. 

Das Projekt entstand durch eine Kooperation mit dem Sozialdezernat der Stadt Bielefeld und der Stiftung der Sparda-Bank Hannover. Die ursprüngliche Projektidee kam 2005 von der Vodafone Stiftung Deutschland, die 2005 buddY e.V. gründete – später in Education Y umbenannt. Vorstandspräsidentin ist die ehemalige Familienministerin und Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süßmuth.

Das K21-Modell als Grundlage

Das Bildungsprogramm setzt auf das K21-Modell – das Modell der Kompetenzen des 21. Jahrhunderts. Hierbei stehen zwar Lesen, Schreiben und Rechnen als Kernkompetenzen im Fokus, aber es sollen noch viele weitere Fähigkeiten gefördert werden, wie z. B.:

  • Kommunikation, Kooperation, Kreativität, kritisches Denken
  • Medien- und Informationskompetenz, digitale Souveränität, Coding (Programmieren)
  • Selbstwirksamkeit, Flexibilität, Initiative, Selbststeuerung, soziale Fähigkeiten, Führungsqualitäten etc.

Handlungsfeld Familie

Die Familie ist die bei weitem einflussreichste und wichtigste Bildungsinstanz, da sie das Kind ab dem ersten Lebenstag begleitet. Das hat einen erheblichen Einfluss auf die Schul- und Berufsentwicklung der Kinder. Häufig können Schulen die durch familiäre Herkunft bedingten Unterschiede nicht ausgleichen. Auch die Eltern wissen oft nicht, wie und wo sie Unterstützung bekommen können, um ihrem Kind zu helfen. Das Projekt „familY“ will Eltern in ihren Bildungskompetenzen stärken. Es richtet sich vor allem an Eltern von Kindern im Vorschulalter, dabei insbesondere an die Eltern, die bisher keine, kaum oder nur schlechte Erfahrungen mit dem deutschen Bildungssystem gemacht haben. Diese Eltern sollen ins Boot geholt werden, um die Chancengleichheit der Kinder zu erhöhen.  

familY-Begleiter als Multiplikatoren

Um Eltern in ihren Kompetenzen zu stärken, bildet Education Y pädagogische Fachkräfte aus KiTa, Grundschule, Jugendhilfe und Familienbildungszentren zehn Monate lang zu familY-Begleitern aus. Diese wiederum organisieren von März bis November 12 Treffen mit Eltern und bilden sie zu Lernbegleitern aus, um ihr Kind beim Lernen verstehen und unterstützen zu können. Das erleichtert den Kindern u. a.  den Übergang von der KiTa in die Grundschule. Bei den Elterntreffen erfolgt zudem ein Austausch, bei dem die Beteiligten voneinander lernen können. So wird ein höherer Grad der Vernetzung erreicht. Das Projekt soll möglichst viele Eltern erreichen und ist entsprechend niedrigschwellig und bei Bedarf auch zweisprachig angelegt. 

Teilnehmer in Bielefeld

Teilnehmende Institutionen in Bielefeld sind unter anderem:

  • Osningschule und Familienzentrum Stralsunder Straße
  • Volkeningschule und Familienzentrum Heeper Fichten
  • Stiftsschule
  • Astrid-Lindgren-Grundschule und DRK KiTa „Bullerbü“ 
  • Stieghorstschule, KiTa „Die kleinen Strolche“ und KiTa „Sternsegler“
  • Frühförderstelle „Wirbelwind“, KiTa „Wirbelwind“ und DRK KiTa und Familienzentrum „Heideblümchen“