Handlungsszenarien der Ganzheitlichen Schulentwicklungsplanung für die Grundschulen in Bielefeld

Aktualisierte Schülerzahlprognosen weisen insbesondere an den Grundschulen auf einen deutlichen Anstieg der Anzahl der Schülerinnen und Schüler bis zum Schuljahr 2025/26 hin. Neben der Notwendigkeit der Errichtung von drei neuen Grundschulen muss nun geprüft werden, welche Erweiterungsmöglichkeiten an den bestehenden Grundschulen vorhanden sind. In Bielefeld wird seit März letzten Jahres an einem ganzheitlichen Schulentwicklungsplan (SEP) gearbeitet.

Die Informationen und Szenarien zur Ganzheitlichen Schulentwicklungsplanung (SEP) für die Grundschulen (GS) finden Sie hier:

Um eine ganzheitliche Schulentwicklungsplanung für die städtischen Grundschulen umsetzen zu können, wurde das Stadtgebiet in 14 Handlungsgebiete aufgeteilt. So können einzelne Grundschulen mit den benachbarten Grundschulen in einen Beurteilungskontext gestellt und bestehende Beziehungen transparent gemacht werden. Auf der Grundlage von verschiedenen Bildungsdaten, wie zum Beispiel der Entwicklung von Schulen / Schülerzahlen, dem Schulwahlverhalten oder den bildungsrelevanten sozialen Belastungen, wurden Prognosen und Empfehlungen für jedes Handlungsgebiet bzw. für alle Grundschulen erarbeitet und die einzelnen Szenarien in 14 Exposés zusammengestellt (s.o.).

Diese Szenarien enthalten zu jeder Schule im jeweiligen Handlungsgebiet die folgenden Informationen und Prognosen:

  • Ein Datenblatt, das die Grundparameter zu Räumen, Aufnahmekapazitäten und Übergangsquoten enthält.
  • Eine Übersicht über die Neubaugebiete im jeweiligen Einzugsbereich, um zusätzlich aufzunehmende Kinder aus noch zu realisierenden Baugebieten in der Planung der notwendigen Schulplätze berücksichtigen zu können.
  • Eine Basisprognose zur Entwicklung der Schule. Diese Basisprognose wird als Standard in der Schulentwicklungsplanung der Stadt Bielefeld verwendet und besteht aus Schülerzahlen des Schuljahres 2019/20, Einwohnerzahlen (Stand jeweils 15.10.2019); Berechnung der Schülerzahlen für die kommenden Schuljahre bis 2025/26; schulscharfe Betrachtung der Bildungswanderung und Übergangsquoten zwischen den einzelnen Jahrgängen im Durchschnitt der letzten drei Schuljahre.
  • Die Prognosevariante „Wohnortnähe“ sowie „Elternwille“. Die Wohnortnähe zur jeweiligen Grundschule und auch das Schulwahl- und Anmeldeverhalten der Eltern („Elternwille“) sind wichtige Grundlagen für die Beurteilung, ob und wo Kapazitäten an Schulen ausgeweitet werden müssen.
  • Die Darstellung der bildungsrelevanten sozialen Belastungen als Indikator der Armuts-bedrohung von Familienhaushalten in der Bildungs- und Schulentwicklungsplanung, da monetäre Armut einen indirekten und direkten Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und somit für den Bildungserfolg hat.
  • Informationen und Empfehlungen zu (verbindlichen) Schuleinzugsbereichen, um Anmeldeüberhänge und Ablehnungen, übergroße Eingangsklassen oder Mehrklassen an einzelnen Grundschulen zu vermeiden, im Gegenzug benachbarte Grundschulen zu stärken und die Klassenbildung und die Auslastung der Schulen gleichmäßiger zu gestalten.
  • Informationen und Empfehlungen zu baulichen Erweiterungsmöglichkeiten an den einzelnen Schulstandorten unter Berücksichtigung der erforderlichen Grundstücksgrößen sowie der baulichen Situationen vor Ort.
  • Informationen und Empfehlungen zur Schulwegsituation: Mögliche Veränderungen von Schuleinzugsbereichen und die Neuerrichtung von Schulen können Auswirkungen auf die Schulwegsituation, z.B. Länge des Schulwegs oder zum Schulbusverkehr, haben.
  • Informationen und Empfehlungen zur Situation der OGS: Die Prioritätenliste zum OGS-Ausbau wird weiterhin umgesetzt. Bei Erweiterungen der Zügigkeiten werden die veränderten Bedarfe in der OGS ebenfalls berücksichtigt.

In den Handlungsgebieten werden zum Teil mehrere Varianten von möglichen Maßnahmen vorgestellt, die grundsätzlich geeignet sind, eine ausreichende Versorgung mit Grundschulplätzen im Handlungsgebiet sicherzustellen. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile wird jeweils eine Empfehlung für die favorisierte Variante ausgesprochen.

14 Handlungsgebiete für die Szenarien der Ganzheitlichen Schulentwicklungsplanung für die Grundschulen in Bielefeld

Aktualisierte Schülerzahlprognosen zeigen insbesondere an den Grundschulen einen deutlichen Anstieg der Anzahl der Schülerinnen und Schüler auf. Demnach handelt es sich stadtweit um einen Zuwachs von über 1.800 Schülerinnen und Schülern bis zum Schuljahr 2025/26. Für die drei Handlungsgebiete Babenhausen, Sennestadt und Sieker entsteht aus diesen Zuwachsraten von Schülerinnen und Schülern voraussichtlich ein Bedarf von sechs bis neun zusätzlichen Zügen, der über drei neu zu gründende Schulen in diesen Stadtgebieten abgedeckt werden soll. Die Bezirksvertretungen und der Schul- und Sportausschuss haben diese Planung bereits beraten und beschlossen. Für die Grundschulen in den weiteren elf Handlungsgebieten ergibt sich ein Bedarf von insgesamt neun zusätzlichen Zügen: In sieben Handlungsgebieten wird von jeweils einem zusätzlichen Zug ausgegangen, im Handlungsgebiet Heepen-Süd wurde ein Bedarf von zwei zusätzlichen Zügen ermittelt. In den drei Handlungsgebieten Dornberg, Schildesche-Ost und Stieghorst müssen die Grundschulen nicht erweitert werden.

Zur Sicherstellung der Bedarfe an Grundschulplätzen empfiehlt das Amt für Schule zusätzlich zum Neubau von drei Grundschulen an den folgenden Schulstandorten folgende Maßnahmen umzusetzen:

a) Handlungsgebiet Jöllenbeck / Brake: Erweiterung der Grundschule Theesen um einen Zug, Bildung von verbindlichen Schuleinzugsbereichen für die Grundschule Dreekerheide und die Grundschule Am Waldschlößchen mit Verlagerung des Gebietes Imsiekstr. / westl. Oberlohmannshof zur Grundschule Dreekerheide

b) Handlungsgebiet Heepen-Nord: Erweiterung der Grundschule Milse um einen Zug

c) Handlungsgebiet Heepen-Süd: Erweiterung der Grundschule Heeperholz und der Grundschule Oldentrup um jeweils einen Zug

d) Handlungsgebiet Mitte-West: Erweiterung der Diesterwegschule um einen Zug, Erweiterung des Schuleinzugsbereichs der Diesterwegschule

e) Handlungsgebiet Mitte-Nordost: Erweiterung der Hellingskampschule am Teilstandort Josefstr. um einen Zug

f) Handlungsgebiet Brackwede-West: Erweiterung der Queller Schule um einen Zug, Erweiterung des Schuleinzugsbereichs der Brocker Schule

g) Handlungsgebiet Brackwede-Mitte / Gadderbaum: Erweiterung der Südschule um einen Zug

h) Handlungsgebiet Senne: Erweiterung der Buschkampschule um einen Zug

Sowohl die Planungen für die Neubauten als auch die entlastenden Effekte an den bestehenden Grundschulen in den Handlungsgebieten sollen sich an Qualitätsstandards orientieren, die im Rahmen der Ganzheitlichen Schulentwicklungsplanung erarbeitet werden. Insbesondere sind Raumbedarfe für die Bildung von Mehrklassen und die OGS sowie die Sporthallenkapazitäten zu berücksichtigen.


Einige Bezirksvertretungen haben sich im Vorfeld bereits zu schulorganisatorischen Maßnahmen im Grundschulbereich verhalten und Beschlüsse gefasst. Dies wurde im gesamtstädtischen Prozess der Schulentwicklungsplanung berücksichtigt und ist in die Erarbeitung der nun vorliegenden Empfehlungen in den jeweiligen Handlungsgebieten mit eingeflossen. Die Bezirksvertretungen wurden über diese Bündelung entsprechend informiert.


Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplanung (AG SEP) und die Schulleitungen aller Grundschulen wurden schriftlich vom Amt für Schule zum Sachstand informiert. Ihnen wurde eine technische Möglichkeit für Rückfragen zur Verfügung gestellt, da auf Grund der derzeitigen Corona-Krisenlage keine Sitzungen und persönlichen Beratungen stattfinden können.


Weitere Informationen und Ergebnisse zur Ganzheitlichen Schulentwicklungsplanung finden Sie hier.