Ganzheitliche Schulentwicklungsplanung für die Stadt Bielefeld

Wie sieht die Schullandschaft in den kommenden Jahren aus? Wie entwickeln sich die Schülerzahlen? Welche Schüler gehen zukünftig auf welche Schulen? Und wie muss die Veränderung und mögliche Erweiterung von Schulen in der Zukunft aussehen? 

In Bielefeld wird seit März 2019 an einem ganzheitlichen Schulentwicklungsplan gearbeitet. Bis zum Ende des Jahres 2020 soll ein ganzheitlicher Schulentwicklungsplan in Form eines Berichtes für Grundschulen und weiterführende Schulen vorliegen und vom Rat der Stadt Bielefeld beschlossen werden. Dieser umfasst einerseits die Planung von Kapazitäten mit Blick auf die mittel- und langfristige Entwicklung von Schülerzahlen in Bielefeld. Andererseits sollen auch Empfehlungen für strategische Ziele der Stadt Bielefeld im Bereich Schulentwicklung erarbeitet werden.  

Strategische Ziele

Für die Stadt Bielefeld sollen zu folgenden Themen strategische Ziele im Bereich der Schulentwicklung erarbeitet werden:

  • Qualität des schulischen Ganztags
  • Inklusion
  • Umgang mit Heterogenität
  • Individuelle Förderung
  • Vermeidung erzwungener Schulformwechsel
  • Vermeidung schulischer Segregation                                                                                                                   (Segregation = Konzentration von Schülergruppen mit hohem oder niedrigem sozialen Status und/oder nach ethnischer Herkunft an bestimmten Schulen.)

Die strategischen Ziele sollen so definiert werden, dass sie zur Verwirklichung des Oberziels „Mehr Bildungsgerechtigkeit“ in der Bildungsregion Bielefeld beitragen.

Beteiligung von Bildungsakteuren

Für die Erarbeitung der strategischen Ziele – z. B. mit Blick auf den schulischen Ganztag, den Umgang mit Inklusion oder die Segregation an Schulen – ist die Beteiligung aller schulischen Akteure in Themenforen geplant. Das erste Themenforum zum schulischen Ganztag findet am 14.11.2019, von 10.00-16.00 Uhr, im Neuen Rathaus, Großer Ratssaal, statt. Weitere Themenforen sind im ersten Halbjahr 2020 geplant.

Projektgruppe ´Ganzheitliche Schulentwicklungsplanung`

Für die Erarbeitung des ganzheitlichen Schulentwicklungsplans wurde ein Stab bei der Abteilungsleitung ´Schulentwicklungs- und Bildungsplanung, kommunales Bildungsbüro` im Amt für Schule, eingerichtet. Unterstützt wird der Stab von einer Expertengruppe, die mit externen Fachleuten besetzt ist und zentrale Themen in der Schulentwicklung wie z.B. Ganztag, Heterogenität, Integration und Inklusion einbezieht. 

Die Projektgruppe „Ganzheitliche Schulentwicklungsplanung“ hat einen detaillierten Projektplan erstellt. Folgende Arbeitsschritte sind bisher umgesetzt worden:

Wie entwickeln sich die Schülerzahlen in Bielefeld?

Erste Ergebnisse: Prognosen der Schülerzahlen

In einem ersten Arbeitsschritt wurden Prognosen für die Schülerzahlen bis zum Jahr 2025 für die Grundschulen und bis zum Jahr 2029 für alle Schulen mit Sekundarstufe I (Realschulen, Sekundarschulen, Gesamtschulen und Gymnasien) erstellt.

Primarstufe: Die Prognosen zeigen einen deutlichen Anstieg der Schülerzahlen im Bereich der Grundschule. Dieser zeichnet sich bereits ab dem kommenden Schuljahr ab und besteht kontinuierlich bis zum Jahr 2025 weiter. Bis zum Schuljahr 2024/25 ist demnach ein Anstieg der Schülerzahlen in den Grundschulen um 1.741 Schüler zu erwarten.

Sekundarstufe I: Für die Sekundarstufe I verweisen die Prognosen ebenfalls auf einen Anstieg der Schülerzahlen. Hier ist jedoch nicht sofort, sondern erst ab dem Schuljahr 2023/24 mit deutlich erhöhten Schülerzahlen zu rechnen. Diese können teilweise auf die Wiedereinführung von G9 an den Gymnasien zurückgeführt werden – im Schuljahr 2023/24 gibt es in den Gymnasien erstmals wieder 10. Klassen. Danach wird an den Gymnasien ein weiterer deutlicher Zuwachs der Schülerzahlen sichtbar, bis zum Schuljahr 2028/29 um insgesamt 1.762 Schüler.

Bei den Realschulen wird ein Anstieg der Schülerzahlen erst zum Schuljahr 2025/26 prognostiziert, bis zum Schuljahr 2028/29 werden es demnach an den Realschulen 553 Schüler mehr sein als im Schuljahr 2018/19. Die Schülerzahl an den Gesamtschulen wird den Berechnungen zufolge konstant bleiben. Die Sekundarschulen befinden sich im Aufbau und wachsen daher ebenfalls. Bei den Realschulen wird ein Anstieg der Schülerzahlen erst zum Schuljahr 2025/26 prognostiziert, bis zum Schuljahr 2028/29 werden es demnach an den Realschulen 553 Schüler mehr sein als im Schuljahr 2018/19. Die Schülerzahl an den Gesamtschulen wird den Berechnungen zufolge konstant bleiben. Die Sekundarschulen befinden sich im Aufbau und wachsen daher ebenfalls.

Expertengruppe ´Ganzheitliche Schulentwicklungsplanung`

Die Projektgruppe ´Ganzheitliche Schulentwicklungsplanung` wird bei der Erarbeitung strategischer Ziele für die Schulentwicklung von einer Gruppe von Expertinnen und Experten unterstützt und regelmäßig zu inhaltlichen Fragen beraten. Die Expertengruppe setzt sich aus Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis zu den Themenfeldern Schulbau, Inklusion, Schulqualität, schulischer Ganztag, Integration, Umgang mit Heterogenität und individuelle Förderung zusammen.


Digitalstrategie – Medienentwicklungsplanung (MEP)

Im Rahmen des Auftrages des Schul- und Sportausschusses soll auch der städtische Medienentwicklungsplan bis Mitte 2020 neu geschrieben werden.

Der städtische Medienentwicklungsplan soll die vier folgenden Handlungsfelder abdecken:

  • Technische Standardausstattung (Geräte und Infrastruktur)
  • Support- und Service-Konzept
  • Fortbildungen und Schulungen
  • Finanzierungsoptionen (z.B. Fördermöglichkeiten oder die mögliche Nutzung schülereigener Endgeräte)

Auch in diesem Prozess ist angestrebt möglichst alle beteiligten Personen mit einzubeziehen. So ist eine  Lehrer- und Schülerbefragung zum Thema geplant. Des Weiteren findet Ende Januar ein öffentliches Themenforum zur Digitalstrategie und MEP stattfinden. Weitere Informationen dazu folgen.